Hartmut Rosa
*1965 — ResonanztheorieResonanz ist keine Stimmung — sie ist eine Beziehungsweise. Etwas berührt dich, du antwortest. Beide Seiten verändern sich. Das ist, was wir begünstigen.
Organisationen haben kein Wissensproblem. Sie haben ein Mutproblem. Den Mut, zu sagen was ist. Den Mut, wirklich zuzuhören. Den Mut, nicht zu wissen.
Aufgaben werden unscharf — überlagert von Erwartungen, die niemand ausgesprochen hat. Von Rollen, mit denen sich Menschen identifizieren, ohne es zu merken. Menschen funktionieren — und spüren oft selbst, dass da etwas fehlt. Nicht aus Gleichgültigkeit. Sondern weil der Raum, in dem Neugier möglich wäre, schlicht nicht da ist. Sie hören zu, um zu antworten, nicht um zu verstehen. Sie verändern sich — auf dem Papier, nicht im Körper.
Das ist das Ergebnis einer Kultur, die vergessen hat: Eine Aufgabe braucht jemanden, der sie wirklich ausfüllt. Lebendig. Neugierig. Als er selbst. Und genau dieser Mensch — von dem es keine Kopie gibt — verschwindet im Getöse allgemeiner Normen und widersprüchlicher Zielvorstellungen.
Fähigkeiten, die es für Transformation und Innovation braucht, lassen sich nicht verordnen. Sie lassen sich auch nicht implementieren. Sie entstehen.
Wir gehen davon aus, dass der Wert eines Menschen nicht verdient werden muss — er ist da. Unabhängig von Leistung oder äußeren Maßstäben. Wir arbeiten mit dem Potenzial intrinsisch motivierter Menschen. Und wir wissen: Ohne Unvollständigkeit entsteht nichts Neues.
Deshalb setzen wir dort an — kunst- und erfahrungsbasiert. Wir machen sichtbar und entwickelbar, was in jedem Menschen längst da ist — aber was Konzepte, Theorien und Methoden weder erfassen noch kultivieren können, weil es nichts Allgemeines ist, sondern das Eigenste eines jeden Menschen — und genau dafür schaffen wir Raum.
Kern von Zukunftstheater bin ich — Lukas König.
An meiner Seite: Samuel Wolff — Schauspieler und Meditationslehrer, langjähriger Spielpartner und Kollege, der die Arbeit von Anfang an mitgeprägt hat.
Lukas König
Samuel Wolff
Dahinter steht ein gewachsenes Netzwerk: Schauspielerinnen und Schauspieler mit gemeinsamer Erfahrungsgeschichte, Musikerinnen und Musiker, Partnerorganisationen aus Beratung und Forschung, Fachleute aus verschiedenen Disziplinen.
Nicht auf Abruf zusammengestellt — sondern über Jahre in echten Projekten gewachsen.
Mehr als die Hälfte der Organisationen, die einmal mit uns gearbeitet haben, sind zurückgekommen. Seit 2023.
„Ihr habt uns auf einfühlsame Weise emotional in Bewegung gebracht: Die spielerische Leichtigkeit, mit der ein neues Miteinander der Führungskräfte thematisiert wurde, war ermutigend und sehr inspirierend!"
„Es war einfach unglaublich, euch zuzusehen … manchmal standen mir die Tränen in den Augen, wie treffend Situationen ‚gnadenlos' sichtbar werden. Vielen Dank an das ganze Team – großartig!"
„Durch euch konnten wir die persönliche Erfahrung auf unserer Leadership Mindset Konferenz vertiefen. Ihr habt positiv irritiert – ein Momentum, das solche Formate im Gedächtnis bleiben lässt."
„Vielen Dank an das Zukunftstheater, wieder kräftig an meiner inneren Komfortzone gerüttelt zu haben. Nicht immer einfach – manches Neue schwer auszuhalten – aber genau deshalb wirksam."
„Wir sind mit Neugier gestartet – im Laufe des Tages hat sich Faszination dazu gesellt: die Schnelligkeit und Leichtigkeit, in der sich unsere Ansätze geschärft haben und die Erkenntnis: Die Basis ist zuerst das tiefe Verstehen."
Gründer · Schauspieler · Regisseur · Performativer Keynote Speaker · Prozessgestalter
Ich habe die Schule abgebrochen. Nicht aus Protest. Sondern weil ich merkte: Ich weiß nur, was ich nicht will.
Was ich wollte, fand ich nicht im Lehrplan. Ich fand es in einer Schauspielausbildung — weil sie mich als ganzen Menschen meinte. Nicht nur den Kopf. Den Körper. Das Gefühl. Die Phantasie.
Und weil der Erfolg dort nicht von Anpassung abhing — sondern vom Zugang zu mir selbst.
Das ist bis heute die Grundlage meiner Arbeit.
Was folgte, war kein gerader Weg. Sondern einer, der sich aus Begegnungen entwickelte.
Eugenio Barba. Pär Ahlbom. Iris Johansson. Drei Menschen, die mein Verständnis von Präsenz, Körper und Veränderung grundlegend geprägt haben — jeder auf seine Weise.
Zukunftstheater entstand nicht als Geschäftsidee. Es entstand aus einem künstlerischen Forschungsprojekt — und weil plötzlich Anfragen kamen. Von außen. Überraschend.
Es entwickelt sich bis heute organisch. Nicht nach Plan.
Zertifiziert in Konfliktmanagement und Mediation, traumatherapeutisch weitergebildet. Mehrere Jahre als Seminarschauspieler in Organisationen — von innen, nicht von außen. Kontextwissen, das hilft zu verstehen, was in Organisationen und Menschen wirkt.
Ich habe performative Keynotes gehalten, Führungskreise begleitet und Transformationsprozesse gestaltet — für Gruppen und Organisationen von 2 bis 3.000 Mitgliedern oder Mitarbeitenden. Und in anderen Kontexten: In Räumen, in denen Kommunikation besonders schwer ist — und besonders notwendig. Mit jungen Menschen, die am Rand stehen. In Begegnungsformaten, in denen Interessen aufeinanderprallen.
Was ich mir für jeden Tag wünsche, den ich mit Menschen arbeite:
Dass jemand in einer Pause kurz innehält — und merkt: Ich bin gerade wirklich da. Nicht aus Anpassung heraus funktionierend. Sondern entspannt — da als ich selbst.
Dass sie spüren, was uns verbindet — und gleichzeitig, wie einmalig jeder einzelne ist. Dass beides gilt. Gleichzeitig.
Das kann ich nicht herbeiführen. Ich kann nur einen Raum gestalten, in dem es möglich wird — und dann zurücktreten.
Geborgenheit im Offenen. Neugier statt Kontrolle. Das Unverfügbare willkommen heißen.
Drei Denker, die Worte gefunden haben für das, womit wir tagtäglich zu tun haben.
Resonanz ist keine Stimmung — sie ist eine Beziehungsweise. Etwas berührt dich, du antwortest. Beide Seiten verändern sich. Das ist, was wir begünstigen.
Völliges Aufgehen in einer Tätigkeit. Herausforderung und Können im Gleichgewicht. Die erfüllendsten menschlichen Erfahrungen entstehen für uns genau dort.
Echte Kommunikation ist Ausdruck des Seins — nicht Informationsübertragung. Sein Unterschied zwischen Haben- und Sein-Modus erklärt, warum viele Organisationen in einer Kultur gefangen sind, die schon längst nicht mehr trägt.
Das Unvorhersehbare. Das Unkontrollierbare. Das, was kommt, während du andere Pläne machst. Es lässt sich nicht besitzen, nicht erzwingen, nicht vermeiden.
Wer damit arbeiten kann — nicht gegen es, sondern mit ihm — führt anders. Entscheidet anders. Bleibt präsent, wenn andere reagieren.
Das ist keine Technik. Kein Modell. Es ist ein Vertrauen, das sich bildet — von innen. Kunst und Spiel machen das möglich: unängstlich. Neugierig.
Was brauchst du, um mit dem Unverfügbaren zu arbeiten — statt dagegen? → Zu den Fähigkeiten
Unsere Arbeit ist wissenschaftlich eingebettet. Ich — Lukas König — forsche im Kontext der performativen Soziologie: einem Feld, das körperliche Erfahrung und spielerisches Experiment nicht als Gegensatz zur Theorie begreift, sondern als deren Verlängerung in die Wirklichkeit. Der Kern der Frage lautet: Wie schreibt sich Veränderung in den Körper ein — und wie wird sie von dort aus zum Ausgangspunkt für etwas Neues?
Ein gemeinsamer Beitrag mit einem transdisziplinären Forschungskollektiv erschien 2025 in der Zeitschrift SOZIOLOGIE der Deutschen Gesellschaft für Soziologie. Der Artikel beschreibt ein Experiment, in dem Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen — gemeinsam mit mir als verkörpertem Manifest — Schritte in eine andere Gesellschaft erprobten: nicht als Gedankenspiel, sondern als gelebte, dokumentierte Praxis.
→ Zum Artikel: »Spielend in eine nächste Gesellschaft?«
Dass künstlerische Intervention in Organisationen messbar wirkt — nicht nur gefühlt — belegt eine Dissertationsstudie des Karolinska Institutet (Stockholm). Julia Romanowska untersuchte ein einjähriges kunstbasiertes Führungsprogramm im Vergleich zu konventionellem Führungstraining, mit randomisierter Zuweisung. Das Ergebnis: Führungskräfte im kunstbasierten Programm veränderten nicht nur ihr Verhalten und ihre Selbstwahrnehmung. Die Effekte zeigten sich auch biologisch — in Stresswerten, gemessen bei den Führungskräften selbst und bei ihren Mitarbeitenden. Veränderung überträgt sich. Sie ist nicht auf die Person beschränkt, die an einem Prozess teilnimmt.
→ Zur Studie: »Improving Leadership Through the Power of Words and Music«
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